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Die Zunft und die Ausbildung


           In Mitteleuropa sind die Ursprünge einer geordneten Lehrlingsausbildung dem Zunftwesen zuzuordnen. Zünfte sind auch unter dem Begriff Gilden bekannt. Zu einem Verband haben sich Handwerker zusammengeschlossen. Jedes einzelne Mitglied einer Zunft hatte sich nach den Festlegungen in den Statuten zu richten. Das reichte bis in den privaten Bereich hinein. Mitglieder einer Zunft oder einer Gilde genossen einen besonderen Schutz.

Wie weit die Macht der Zünfte reichte, zeigt sich auf das derzeit vorherrschende Ausbildungsmonopol. Die wichtigste Ausbildungsform für eine handwerkliche Ausbildung wurde von den Zunftbetrieben angeboten. Weit abgeschlagen waren die Privatschulen und die sich zu dieser Zeit gründenden Bürgerschulen, in den freien Städten. Die Ausbildung in der Zunft war strengen Auflagen unterworfen. Zunächst hing es von dem Kenntnisstand eines Meister ab, Lehrlinge auszubilden. Um in den Genuss einer solchen Ausbildung zu gelangen, war die Grundvoraussetzung die eheliche Geburt. Folgende Kriterien mussten erfüllt sein, um als anerkannter Meister der Zunft zu gelten.

Beendigung einer geeigneten Lehrzeit
Absolvierung einer Wanderzeit
Einhaltung einer Wartezeit
Nachweis des Könnens durch ein Meisterstück
Zahlung einer Aufnahmegebühr
Nachweis eines je nach Stadt unterschiedlichen Mindestvermögens
Gewährung eines Meisteressens
Meisterstelle in der jeweiligen Stadt
Einheirat in die Zunft

Begrenzung der Zahl der Lehrlinge, Gesellen und Meister durch die Zunft zeigte Weitsicht. Überangebote von Waren mussten vermieden werden, um die Preise stabil zu halten. Deshalb erfolgte die genau austarierte Zulassung der Handwerker. Die Qualifikation vom Gesellen um Meister ergab sich auch durch die Anzahl der vorgegebenen Meisterplätze. Da also nicht alle, die ihre Lehre zum Gesellen beendet hatten, Arbeit fanden, gingen sie auf die Walz (Wanderjahre, Tippelei oder Gesellenwanderung).